KAGEDEV — Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Plaidoyer

Jugend

2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.

JugendVeröffentlicht

Berufliche Eingliederung junger Hochschulabsolventen in Kamerun

In Kamerun sind junge Menschen mit Hochschulabschluss fünfmal häufiger arbeitslos als Menschen ohne Schulbildung, 14,8 Prozent gegenüber 3 Prozent. Dieser Wert steigt mit jedem Bildungsniveau an, ein Muster, das dem gewohnten Bild von Bildung als Weg zu Beschäftigung widerspricht. Weitere Indikatoren bestätigen die Größenordnung des Problems: eine Jugendarbeitslosigkeit von 8,1 Prozent, eine steigende NEET-Quote und ein informeller Sektor, der rund 90 Prozent der Arbeitsplätze stellt. Programme wie die des FNE haben über 27 Jahre mehr als 8.000 Hochschulabsolventen vermittelt, doch eine jährliche Erfolgsmessung fehlt bislang. KAGEDEV, die Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, richtet fünf konkrete Forderungen an MINEFOP, FNE, ONEFOP und MINJEC: jährliche statt kumulierte Statistiken, eine öffentliche Arbeitsmarktanalyse nach Fachrichtung und ein Begleitprogramm für Berufseinsteiger. Ziel ist nicht Kritik, sondern ein System, in dem ein Diplom wieder verlässlich zu Beschäftigung führt.

Zentrale Forderungen

  • MINEFOP soll bis Ende 2027 eine jährliche, öffentlich zugängliche Statistik zur Vermittlungsrate von Hochschulabsolventen einführen, aufgeschlüsselt nach Fachrichtung und Region, damit Fortschritt tatsächlich messbar wird.
  • FNE soll für Programme wie JEME eine jährliche statt eine kumulierte Berichterstattung einführen, mit konkreten Zielzahlen für vermittelte Hochschulabsolventen pro Jahr, überprüfbar durch einen unabhängigen Bericht.
JugendVeröffentlicht

Begleitung vertriebener Jugendlicher in der anglophonen Krise Kameruns

In den anglophonen Regionen Kameruns, Nordwest und Südwest, wachsen Kinder und Jugendliche seit Jahren unter den Bedingungen einer andauernden humanitären Krise auf. Über 1,8 Millionen Menschen haben laut UNICEF humanitären Bedarf, mehr als 584.000 sind Binnenvertriebene. Über 700.000 Schüler und Studierende haben keinen angemessenen Bildungszugang, 2024 waren 41 Prozent der Schulen in der Region nicht funktionsfähig (Zahlen aus Presseberichten, mit dem OCHA-Bildungscluster gegenzuprüfen). Für 2026 veranschlagt UNICEF 53,8 Millionen US-Dollar an humanitären Mitteln, um 1,4 Millionen Menschen zu erreichen, davon 1,1 Millionen Kinder. KAGEDEV, die Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, richtet fünf Forderungen an die nationale humanitäre Koordination, MINAS, MINEDUB, MINESEC und den Bildungscluster: terminierte Pläne zur Wiederherstellung von Schulen, ausgebaute psychosoziale Begleitung und eine strukturierte Einbeziehung der Jugendlichen selbst. Wir sprechen bewusst ohne Einzelschicksale und ohne Ortsangaben, aus Respekt vor der Sicherheit der Betroffenen.

Zentrale Forderungen

  • MINEDUB und MINESEC sollen bis 2027 gemeinsam mit dem Bildungscluster einen Plan vorlegen, der die Wiedereröffnung oder funktionale Wiederherstellung von Schulen in Nordwest und Südwest terminiert und öffentlich nachverfolgbar macht.
  • Die nationale humanitäre Koordination soll für den nächsten Berichtszeitraum eine öffentliche Zwischenbilanz zum Anteil funktionsfähiger Schulen vorlegen, mit dem Ziel, den aktuellen Wert von 41 Prozent nicht funktionsfähiger Schulen deutlich zu senken.