KAGEDEV — Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Unsere Positionen

Plaidoyer für konkrete Verbesserungen

Wir greifen Themen auf, die Menschen in Kamerun und in unserer Gemeinschaft unmittelbar betreffen. Unsere Positionen beruhen auf überprüfbaren Informationen, fachlicher Beratung und dem Austausch mit den Menschen, um die es geht.

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22 von 22 Plaidoyers

BildungVeröffentlicht

Schulausfall in Nordwest und Südwest: Bildung darf keine Kriegsware sein

In Nordwest und Südwest ist Schule für viele Kinder kein verlässlicher Ort mehr. 2024 waren 41 Prozent der Schulen nicht funktionsfähig, über 246 000 Kinder waren im September 2023 betroffen. Allein 2024 zählte UNICEF 43 Angriffe auf Schulen, darunter gezielte Entführungen. Die Regierung hat mit dem PPRD-NOSO seit 2020 einen Wiederaufbauplan mit einem Budget von 2500 Milliarden FCFA. Bis Juli 2024 wurden davon 600 Milliarden mobilisiert und 22 Schulen für rund 7000 Lernende saniert. Das ist ein Anfang, aber das Tempo bleibt weit hinter dem Bedarf zurück. KAGEDEV fordert eine beschleunigte, transparente Umsetzung des PPRD-NOSO, verbindliche Schutzmechanismen für Schulen und eine echte Einbindung der betroffenen Familien in die Entscheidungen über den Wiederaufbau. Bildung darf in dieser Krise nicht zur Verhandlungsmasse werden.

Zentrale Forderungen

  • Der Premierminister, der den PPRD-NOSO beaufsichtigt, soll bis Ende 2027 einen öffentlichen, jährlich aktualisierten Umsetzungsbericht mit Zahlen zu sanierten Schulen und mobilisierten Mitteln vorlegen, damit Fortschritt überprüfbar wird.
  • MINEDUB und MINESEC sollen gemeinsam mit den Gouverneuren von Nordwest und Südwest bis Ende 2026 ein Schutzprotokoll für Schulen einführen, das Angriffe und Entführungen erfasst und öffentlich meldet, mit dem Ziel, die Zahl der Vorfälle messbar zu senken.
BildungVeröffentlicht

Schulabbruch von Mädchen in Nord, Extrême-Nord und Adamaoua: früh verheiratet, früh aus der Schule

In Nord, Extrême-Nord und Adamaoua verlassen viele Mädchen die Schule früh, oft im Zusammenhang mit Kinderehe oder früher Schwangerschaft. In Teilen der Region Nord haben laut UNICEF 35 Prozent der Kinder keinerlei Bildung erhalten. Landesweit sind 14 Prozent der 5-11-Jährigen nicht eingeschult, nur 41 Prozent der Fünfjährigen haben Zugang zur Vorschule. Ältere UNICEF-Daten aus 2016 zeigen, dass 13 Prozent der Mädchen vor 15 und 38 Prozent vor 18 verheiratet waren, eine Zahl, die dringend aktualisiert werden sollte. Es gibt Bildungsbudgets und einzelne Programme wie das von UNFPA in der Extrême-Nord, aber keine systematische, offizielle Konsultation der betroffenen Mädchen und Familien. KAGEDEV fordert konkrete, terminierte Schritte von MINEDUB, MINPROFF und MINJEC, damit Mädchen im Norden Kameruns ihre Schulzeit beenden können.

Zentrale Forderungen

  • MINEDUB soll bis Ende 2027, in Abstimmung mit MINPROFF, eine eigene Budgetlinie innerhalb des bestehenden Bildungshaushalts für den Verbleib von Mädchen in der Schule in Nord, Extrême-Nord und Adamaoua ausweisen, mit dem Ziel, den Anteil der Mädchen ohne Bildung in diesen Regionen messbar zu senken.
  • MINPROFF und MINJEC sollen bis Mitte 2027 gemeinsam mit traditionellen und religiösen Autoritäten einen regionalen Dialogmechanismus zu Kinderehe und Schulverbleib einrichten, der auf den bestehenden UNFPA-Erfahrungen aufbaut und in mindestens einer weiteren Region als der Extrême-Nord eingeführt wird.
JugendVeröffentlicht

Berufliche Eingliederung junger Hochschulabsolventen in Kamerun

In Kamerun sind junge Menschen mit Hochschulabschluss fünfmal häufiger arbeitslos als Menschen ohne Schulbildung, 14,8 Prozent gegenüber 3 Prozent. Dieser Wert steigt mit jedem Bildungsniveau an, ein Muster, das dem gewohnten Bild von Bildung als Weg zu Beschäftigung widerspricht. Weitere Indikatoren bestätigen die Größenordnung des Problems: eine Jugendarbeitslosigkeit von 8,1 Prozent, eine steigende NEET-Quote und ein informeller Sektor, der rund 90 Prozent der Arbeitsplätze stellt. Programme wie die des FNE haben über 27 Jahre mehr als 8.000 Hochschulabsolventen vermittelt, doch eine jährliche Erfolgsmessung fehlt bislang. KAGEDEV, die Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, richtet fünf konkrete Forderungen an MINEFOP, FNE, ONEFOP und MINJEC: jährliche statt kumulierte Statistiken, eine öffentliche Arbeitsmarktanalyse nach Fachrichtung und ein Begleitprogramm für Berufseinsteiger. Ziel ist nicht Kritik, sondern ein System, in dem ein Diplom wieder verlässlich zu Beschäftigung führt.

Zentrale Forderungen

  • MINEFOP soll bis Ende 2027 eine jährliche, öffentlich zugängliche Statistik zur Vermittlungsrate von Hochschulabsolventen einführen, aufgeschlüsselt nach Fachrichtung und Region, damit Fortschritt tatsächlich messbar wird.
  • FNE soll für Programme wie JEME eine jährliche statt eine kumulierte Berichterstattung einführen, mit konkreten Zielzahlen für vermittelte Hochschulabsolventen pro Jahr, überprüfbar durch einen unabhängigen Bericht.
JugendVeröffentlicht

Begleitung vertriebener Jugendlicher in der anglophonen Krise Kameruns

In den anglophonen Regionen Kameruns, Nordwest und Südwest, wachsen Kinder und Jugendliche seit Jahren unter den Bedingungen einer andauernden humanitären Krise auf. Über 1,8 Millionen Menschen haben laut UNICEF humanitären Bedarf, mehr als 584.000 sind Binnenvertriebene. Über 700.000 Schüler und Studierende haben keinen angemessenen Bildungszugang, 2024 waren 41 Prozent der Schulen in der Region nicht funktionsfähig (Zahlen aus Presseberichten, mit dem OCHA-Bildungscluster gegenzuprüfen). Für 2026 veranschlagt UNICEF 53,8 Millionen US-Dollar an humanitären Mitteln, um 1,4 Millionen Menschen zu erreichen, davon 1,1 Millionen Kinder. KAGEDEV, die Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, richtet fünf Forderungen an die nationale humanitäre Koordination, MINAS, MINEDUB, MINESEC und den Bildungscluster: terminierte Pläne zur Wiederherstellung von Schulen, ausgebaute psychosoziale Begleitung und eine strukturierte Einbeziehung der Jugendlichen selbst. Wir sprechen bewusst ohne Einzelschicksale und ohne Ortsangaben, aus Respekt vor der Sicherheit der Betroffenen.

Zentrale Forderungen

  • MINEDUB und MINESEC sollen bis 2027 gemeinsam mit dem Bildungscluster einen Plan vorlegen, der die Wiedereröffnung oder funktionale Wiederherstellung von Schulen in Nordwest und Südwest terminiert und öffentlich nachverfolgbar macht.
  • Die nationale humanitäre Koordination soll für den nächsten Berichtszeitraum eine öffentliche Zwischenbilanz zum Anteil funktionsfähiger Schulen vorlegen, mit dem Ziel, den aktuellen Wert von 41 Prozent nicht funktionsfähiger Schulen deutlich zu senken.
MobilitätVeröffentlicht

Urkundenüberprüfung: Wenn ein Diplom acht bis zwölf Monate braucht, um als echt zu gelten

Wer ein kamerunisches Diplom oder eine kamerunische Urkunde in Deutschland nutzen will, kann die Überprüfung nicht selbst beantragen. Nur eine deutsche Behörde kann den Antrag bei der Deutschen Botschaft Jaunde im Amtshilfeweg stellen. Die Bearbeitung dauert acht bis zwölf Monate, die Gebühren liegen je nach Fall bei 351 oder 610 Euro. Zum Vergleich dauert die Anerkennung einer beruflichen Qualifikation im beschleunigten Verfahren nur rund zwei Monate. Seit 2019 stellt die Botschaft zudem keine Diplombeglaubigungen mehr aus, zuständig ist seither die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen. Für Studierende mit knapper Einschreibefrist und Fachkräfte mit einem Jobangebot kann diese Wartezeit den Unterschied zwischen einer Chance und einem verlorenen Platz bedeuten. KAGEDEV fordert klare Information, kürzere Fristen für dringende Fälle und eine verlässliche Statistik zu Antragszahlen und Bearbeitungsdauer.

Zentrale Forderungen

  • Auswärtiges Amt/Botschaft Jaunde: durchschnittliche Bearbeitungsdauer + Fallzahlen + Ablehnungsquote öffentlich ausweisen binnen 12 Monaten.
  • Botschaft + Behörden: mehrsprachiges Merkblatt (Urkundenüberprüfung/ZAB/IHK-FOSA) binnen 6 Monaten.
MobilitätVeröffentlicht

Fachkräfteabwanderung: Wer geht, und was Deutschland und Kamerun dabei versäumen

2023 hat die Internationale Organisation für Migration rund 2.200 Kandidatinnen und Kandidaten aus Kamerun für reguläre Arbeitsmigration begleitet. In einer befragten Stichprobe waren 76 Prozent qualifizierte Arbeitskräfte, die gefragtesten Sektoren Bildung, Gesundheit und Informatik. 59 Prozent planen keine Rückkehr, 31 Prozent nennen bessere Arbeitsbedingungen als Hauptgrund. Deutschland sucht gleichzeitig aktiv Fachkräfte, besonders im Gesundheitswesen, wo ausländisch ausgebildetes Personal einen wachsenden Anteil stellt. Ein bilaterales Arbeitsmigrationsabkommen zwischen Kamerun und Deutschland gibt es bislang nicht. Kamerun arbeitet an einer nationalen Migrationspolitik, gemeinsam mit MINREX und der IOM, der Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen. KAGEDEV fordert einen strukturierten bilateralen Rahmen, der Fachkräften faire Bedingungen sichert und Kamerun nicht allein mit dem Verlust an Ausbildungsinvestition zurücklässt.

Zentrale Forderungen

  • MINREX/Auswärtiges Amt: Sondierungsgespräche zu bilateralem Rahmen binnen 18 Monaten.
  • MINEFOP/MINSANTE + IOM: sektorale Erhebung zu betroffenen Berufsgruppen binnen 12 Monaten.
GesundheitVeröffentlicht

Müttersterblichkeit in Kamerun: Was die Zahlen uns sagen

In Kamerun sterben je nach Quelle zwischen 400 und 470 Frauen pro 100.000 Lebendgeburten an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt. Das nationale Ziel für 2030 liegt bei 70. Verschiedene Erhebungen, EDS 2018, MICS5 und Countdown2030, liefern unterschiedliche Zahlen, was zeigt, wie wenig gesicherte Daten in diesem Bereich vorliegen. Im März 2025 startete die kamerunische Regierung gemeinsam mit Africa CDC eine neue nationale Strategie für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern. Das Gesundheitsbudget 2025 liegt bei 297,2 Milliarden FCFA, eine eigene Linie für diese Strategie fehlt jedoch. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, legt diese Daten offen und fordert eine geklärte Datenlage, eine sichtbare Finanzierung und einen öffentlichen Fortschrittsbericht. Es geht nicht um Vorwürfe, sondern darum, dass ein bestehendes Versprechen an Frauen und Familien in Kamerun eingehalten wird.

Zentrale Forderungen

  • Erstens: Das Gesundheitsministerium, über die Direction de la Santé Familiale, sollte bis Ende 2026 eine einzige, methodisch begründete nationale Referenzzahl zur Müttersterblichkeit veröffentlichen, gemeinsam mit UNFPA und der WHO-Region Afrika, und diese Zahl danach jährlich aktualisieren.
  • Zweitens: Für die RMNCAH-Nut-Strategie 2025-2030 sollte im Haushaltsgesetz 2027 eine eigene, gesondert ausgewiesene Budgetlinie eingerichtet werden, mit einem öffentlich einsehbaren Ausführungsbericht, der zeigt, wie viel Geld tatsächlich abgeflossen ist.
GesundheitVeröffentlicht

Malaria bei Kindern unter fünf Jahren in Kamerun: Eine Finanzierungslücke, die Leben kostet

Malaria bleibt in Kamerun eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Kinder unter fünf Jahren. 2023 wurden über 1.700 Todesfälle und rund drei Millionen erfasste Fälle gezählt, mit regionaler Parasitenprävalenz von bis zu 49,1 Prozent im Centre. Der sechste nationale Strategieplan gegen Malaria (PSNLP) 2024-2028 will die Sterblichkeit um 75 Prozent senken, doch von 336,95 Milliarden FCFA Finanzierungsbedarf fehlten im April 2024 noch 186 Milliarden FCFA. Hinzu kommt ein erwarteter Rückgang der Mittel des Globalen Fonds ab 2027 und der Rückzug von USAID. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, legt diese Zahlen offen und fordert eine transparente Finanzierungsplanung, einen wachsenden nationalen Eigenanteil und gezielte Maßnahmen in den am stärksten betroffenen Regionen. Ein gutes Ziel braucht eine passende Finanzierung, sonst bleibt es ein Versprechen.

Zentrale Forderungen

  • Erstens: Das Gesundheitsministerium und der PNLP sollten bis Ende 2026 einen öffentlichen, aktualisierten Finanzierungsstatus des PSNLP 2024-2028 vorlegen, mit einer klaren Angabe, wie die verbleibende Lücke von 186 Milliarden FCFA geschlossen werden soll.
  • Zweitens: Der kamerunische Staat sollte im Haushaltsgesetz 2027 einen höheren nationalen Eigenanteil an der Malariabekämpfung festlegen, um die Abhängigkeit von schwankenden externen Beiträgen wie dem Globalen Fonds zu verringern, mit einem konkreten Prozentsatz als Zielwert.
GleichberechtigungVeröffentlicht

Wenn mehr als die Hälfte der Frauen Gewalt erlebt hat, braucht Kamerun ein Gesetz, das sie schützt

In Kamerun haben 54,6% der Frauen ab 15 Jahren eine Form von Gewalt erlebt, verglichen mit 9,8% der Männer, so die Analyse situationnelle von MINPROFF aus August 2025. 52,6% der Frauen haben eheliche Gewalt erlebt. Die Erhebung EDS-C-V von 2018 bestätigt diesen Trend mit 13% sexueller Gewalt über die Lebenszeit. Bei weiblicher Genitalverstümmelung reicht die Bandbreite von 1,4% national bis zu 20% in bestimmten Regionen. Bislang gibt es in Kamerun kein eigenständiges Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Ein von MINPROFF 2024 mit internationaler Unterstützung erarbeiteter Gesetzentwurf liegt seit 2024 weiterhin bei der Primatur (Stand 2026) und wurde dem Parlament noch nicht vorgelegt. KAGEDEV fordert, dass dieser Text innerhalb von sechs Monaten an die Nationalversammlung weitergeleitet wird, begleitet von einer eigenen Budgetlinie und einem jährlichen öffentlichen Fortschrittsbericht.

Zentrale Forderungen

  • Erstens: Die Primatur soll den Gesetzentwurf gegen geschlechtsspezifische Gewalt innerhalb von sechs Monaten an die Nationalversammlung weiterleiten. Indikator: Datum der offiziellen Übermittlung an das Parlament.
  • Zweitens: Die Nationalversammlung und der Senat sollen den Text innerhalb der laufenden Legislaturperiode beraten und darüber abstimmen. Indikator: Datum der Verabschiedung oder Ablehnung im Plenum.
GleichberechtigungVeröffentlicht

Eine Rechtslage, zwei Antworten: Kameruns Gesetze zur Kinderehe müssen übereinstimmen

In Kamerun waren nach Angaben von Girls Not Brides 38% der Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Nach INS/MINSANTE waren 2014 11,4% der Mädchen vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. Regionale Daten von 2011 zeigen deutliche Unterschiede: 60,1% im Norden, 58% im Extrême-Nord, 57,7% in Adamaoua. Die Rechtslage ist widersprüchlich: Eine Verordnung von 1981 legt das heiratsfähige Alter für Mädchen bei 15 Jahren fest, während ein Gesetz von 2016 die Ehe unter 18 Jahren verbietet und das Strafgesetzbuch Zwangsheirat unter 18 Jahren bestraft. Eine formelle Aufhebung der älteren Regelung ist nicht bestätigt. Der Nationale Aktionsplan gegen Kinderehe ist 2024 ausgelaufen, sein Erneuerungsstatus ist unklar. KAGEDEV fordert eine juristische Klärung dieses Widerspruchs und einen erneuerten, finanzierten Aktionsplan.

Zentrale Forderungen

  • Erstens: Das Justizministerium soll innerhalb von zwölf Monaten eine offizielle Klarstellung zum Verhältnis zwischen Artikel 52 der Verordnung von 1981 und dem Gesetz von 2016 veröffentlichen. Indikator: Veröffentlichung dieser Klarstellung.
  • Zweitens: MINPROFF soll gemeinsam mit dem Justizministerium innerhalb von achtzehn Monaten prüfen, ob Artikel 52 der Verordnung von 1981 formell aufgehoben werden muss, und das Ergebnis öffentlich machen. Indikator: Vorliegen des Prüfergebnisses.
TeilhabeVeröffentlicht

Geburtenregistrierung: Der Weg zur Urkunde muss für alle gleich kurz sein

In Kamerun werden fast alle in Gesundheitseinrichtungen gemeldeten Geburten in Urkunden umgewandelt, 95,6 Prozent im Jahr 2018. Doch dieser hohe Wert verdeckt eine tiefe Kluft: In Städten liegt der Zugang zur Geburtsurkunde bei 80 Prozent, auf dem Land bei nur 47 Prozent. Regionen wie Osten, Süden und Adamaoua liegen mit 50 bis 60 Prozent weit hinter Nordwesten und Littoral mit 79 bis 83 Prozent zurück. Nach Schätzungen von UNICEF und PAREC besaßen über 1,6 Millionen eingeschulte Kinder 2022-2023 keine Geburtsurkunde, wobei diese Zahl methodisch nicht unabhängig geprüft ist. Ohne Urkunde bleiben Schulbesuch, Ausweis und Rechtsschutz eines Kindes ungesichert. Das Gesetz 2024/016 vom Dezember 2024 sieht Digitalisierung und Vereinfachung vor. KAGEDEV fordert, dass diese Reform konsequent bis in die am wenigsten versorgten Regionen und zu den am schwersten erreichbaren Familien getragen wird.

Zentrale Forderungen

  • BUNEC: mobile Erfassungseinheiten in Osten, Süden, Adamaoua binnen 18 Monaten, jährliche Berichtspflicht an MINATD.
  • MINSANTE: Erweiterung DHIS2 um außerklinische Geburten binnen 24 Monaten (mit BUNEC/INS).
TeilhabeVeröffentlicht

Inklusion von Menschen mit Behinderungen: Ein Gesetz allein füllt keine Lücke

In Kamerun leben nach Schätzungen des African Disability Rights Yearbook 5,4 Prozent der Bevölkerung, mehr als eine Million Menschen, mit einer Behinderung. Diese Zahl ist eine Größenordnung, kein exakter Wert, und selbst die Regierung räumt laut VOA Afrique Aktualisierungsbedarf ein. Das Schutzgesetz 2010/002 wartete acht Jahre auf sein Durchführungsdekret, das erst 2018 erschien. Kamerun ist Vertragsstaat der UN-Behindertenrechtskonvention. Für die Jahre 2020 bis 2026 fehlen aktuelle Daten zu Beschäftigung, Bildung und angepasster Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen vollständig. Seit Oktober 2024 arbeitet ein UN-Projekt mit UNESCO, OHCHR und UNFPA an der Seite von MINAS. ANOPHAC, ein Netzwerk von 78 Mitgliedsverbänden und sieben verbündeten Verbänden, vertritt die Betroffenen selbst. KAGEDEV fordert, diese Datenlücke zu schließen und ANOPHAC als ständigen Gesprächspartner in die Umsetzung einzubinden.

Zentrale Forderungen

  • MINAS/INS: aktuelle Erhebung zu Beschäftigung/Bildung/Infrastruktur binnen 18 Monaten, mit ANOPHAC-Beteiligung.
  • MINAS: ANOPHAC als ständiger Gesprächspartner, erstes Treffen binnen 12 Monaten.
KlimaVeröffentlicht

Wüstenbildung und agropastorale Verwundbarkeit im Extrême-Nord

Im Extrême-Nord Kameruns schrumpfen Wasserflächen und fruchtbare Böden gleichzeitig. Der Tschadsee soll nach Schätzungen rund 90 Prozent seiner Fläche in 30 Jahren verloren haben, eine Zahl, die noch mit der Tschadseebecken-Kommission abgeglichen werden sollte. Rund 12 Millionen Hektar Land gelten als degradiert, und die vergangene Regensaison brachte ein Niederschlagsdefizit von schätzungsweise 10 bis 20 Prozent. Seit 2017 beteiligt sich Kamerun an der Grande Muraille Verte, doch nach 15 Jahren wurde erst rund 4 Prozent des panafrikanischen Ziels erreicht. Bauern, Viehzüchter und Fischerfamilien tragen die Folgen im Alltag. Wir fordern von MINEPDED, MINADER, MINEPIA und dem Gouverneur des Extrême-Nord eine verlässlichere Datengrundlage, konkrete Fortschrittsberichte und eine echte regionale Konsultation, damit bestehende Programme schneller wirken.

Zentrale Forderungen

  • MINEPDED/ONACC: öffentliche Fortschrittsbilanz Grande Muraille Verte für Kamerun binnen 18 Monaten, mit Hektar-Zahlen Extrême-Nord.
  • MINADER/MINEPIA: gemeinsames Programm angepasster Anbau-/Weidetechniken binnen 24 Monaten, Pilotprojekte in 3 Departements.
KlimaVeröffentlicht

Städtische Überschwemmungen und Klimarisiken in Douala

Douala kämpft seit Jahren mit wiederkehrenden Überschwemmungen. Schätzungen zufolge gelten rund 48 Prozent der Stadtfläche als gefährdet. Für den Zeitraum 2019 bis 2024 werden über 311 000 Betroffene, 121 Tote und rund 50 000 Hektar zerstörter Anbaufläche berichtet, Zahlen, die noch mit einer anerkannten Primärquelle bestätigt werden sollten. Die Stadtgemeinschaft CUD baut in einer zweiten Programmphase 47 Kilometer Drainagekanäle, finanziert von der AFD, während ein Weltbank-Projekt mit MINHDU im Umfang von 200 Millionen US-Dollar Straßen und Hauptdrainagen vorsieht. Diese Investitionen sind real, doch eine öffentliche lokale Konsultation der betroffenen Viertel ist bislang nicht dokumentiert. Wir fordern von der CUD, MINHDU und dem Zivilschutz öffentliche Fortschrittsberichte, ein Frühwarnsystem und einen echten Platz für die Bevölkerung in der Planung.

Zentrale Forderungen

  • CUD: öffentlicher Fortschrittsbericht Drainage-Phase 2 binnen 18 Monaten, mit AFD-Finanzierungsbetrag.
  • MINHDU/Weltbank: öffentliche lokale Konsultation PVGFD in mind. 3 Vierteln binnen 24 Monaten.
EntwicklungszusammenarbeitVeröffentlicht

Diaspora und Ko-Entwicklung: Das MEG-Programm braucht kamerunische Zahlen

Deutschland hat Kamerun seit Mai 2023 rund 66 Millionen Euro an neuen Projektzusagen gemacht (59 Mio€ im Mai 2023, davon 20 Mio€ Finanzielle und 39 Mio€ Technische Zusammenarbeit, plus 6,6 Mio€ im Dezember 2023), zusätzlich zu einer separaten Schuldenumwandlung von 6 Millionen Euro. Parallel läuft seit Juni 2023 das Programm MEG, das kamerunische Diaspora-Expertise für Entwicklungsprojekte nutzbar machen soll: 116 Missionen wurden bereits unterstützt, mit 3817 direkten Begünstigten aus 25 dokumentierten Einsätzen. Was fehlt, ist die Verbindung beider Zahlenreihen. Niemand kann öffentlich nachvollziehen, welcher Teil der bilateralen Mittel dem MEG-Programm in Kamerun zufließt, nach welchen Kriterien Partnerorganisationen ausgewählt werden, oder wie ein Verein wie KAGEDEV sich beteiligen könnte. KAGEDEV fordert von BMZ, GIZ und MINEPAT mehr Transparenz zu Mitteln und Auswahlverfahren sowie einen strukturierten Austausch mit der kamerunischen Diaspora in Deutschland. Ziel ist nicht Kritik, sondern eine Zusammenarbeit, die auf echten Zahlen und echten Kontakten beruht.

Zentrale Forderungen

  • BMZ/GIZ: jährlich veröffentlichen, welcher Anteil der Kamerun-Zusagen dem MEG-Programm zugeordnet ist, ab Berichtsjahr 2025.
  • GIZ: öffentliche Übersicht MEG-Partnerorganisationen + Auswahlkriterien binnen 12 Monaten.
EntwicklungszusammenarbeitVeröffentlicht

Geldüberweisungen zwischen Deutschland und Kamerun: Was die Zahlen wirklich sagen

Kamerunerinnen und Kameruner in Deutschland überweisen jedes Jahr Geld an ihre Familien, Deutschland steht laut verfügbaren Zahlen für rund 10 Prozent der kamerunischen Geldeingänge aus dem Ausland im Jahr 2023. Wie hoch die Gesamtsumme aller Überweisungen nach Kamerun tatsächlich ist, wird jedoch unterschiedlich gemessen: Die Weltbank kommt für 2023 auf umgerechnet etwa 480 Milliarden FCFA, das kamerunische Statistikamt auf 723 Milliarden FCFA. Diese Differenz ist bislang nicht offiziell erklärt. Ebenso fehlt eine dokumentierte Angabe, wie teuer eine Überweisung konkret von Deutschland nach Kamerun ist, während für die Strecke Frankreich-Kamerun Zahlen vorliegen. KAGEDEV fordert von kamerunischen und internationalen Stellen eine Klärung dieser Zahlen sowie eine Kostentransparenz, die es Familien erlaubt, informierte Entscheidungen zu treffen. Es geht um verlässliche Daten zu einem Thema, das den Alltag vieler Familien direkt betrifft.

Zentrale Forderungen

  • INS/BEAC: direkte, öffentlich zugängliche Zahlungsbilanzdaten zu Remittances aus Deutschland veröffentlichen.
  • Weltbank + INS/BEAC: gemeinsame methodische Erklärung der Differenz binnen 12 Monaten.
Hilfe in NotlagenVeröffentlicht

Nordwest und Südwest: humanitäre Hilfe für 1,1 Millionen Menschen sichern

In den Regionen Nordwest und Südwest Kameruns benötigen laut OCHA 1,1 Millionen Menschen im Jahr 2026 humanitäre Unterstützung. Der zugehörige Nothilfeplan war zum 31. März 2026 erst zu 20 Prozent finanziert, bei einem Gesamtbedarf von 268 Millionen US-Dollar landesweit. UNHCR zählte zum 30. Juni 2025 national 969.000 Binnenvertriebene und 699.500 Rückkehrer, wobei die beiden Regionen die Hauptbetroffenen sind. Ein Teil der Menschen aus Nordwest und Südwest hat in Nigeria Zuflucht gesucht. Parallel läuft seit 2020 ein staatliches Wiederaufbauprogramm, dessen tatsächlicher Umsetzungsstand nicht öffentlich nachvollziehbar ist. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, fordert eine bessere Finanzierung der humanitären Hilfe, verlässliche regionale Daten und eine engere Verzahnung von Nothilfe und Wiederaufbau. Wir nehmen bewusst keine Position zur politischen Verantwortung für die Krise ein, unser Anliegen ist ausschließlich humanitär.

Zentrale Forderungen

  • Bundesregierung/EU: Beiträge zum Nothilfeplan 2026 erhöhen, Lücke von 80% verkleinern.
  • OCHA/UNHCR/kamerunische Behörden: regionalisierte NW/SO-Datenaufschlüsselung binnen 12 Monaten.
Hilfe in NotlagenVeröffentlicht

Ost, Adamaoua, Norden: Schutz und Perspektive für zentralafrikanische Flüchtlinge in Kamerun

Kamerun beherbergt nach UNHCR-Angaben zum 30. Juni 2026 insgesamt 412.521 Flüchtlinge, darunter rund 282.640 Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik, die meisten davon in den Regionen Ost, Adamaoua und Norden, ein kleinerer Teil in Douala und Yaoundé. Gleichzeitig sind 2025 über 10.000 Menschen freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt. Der Finanzbedarf der UNHCR-Operation in Kamerun für 2025 lag bei 134,4 Millionen US-Dollar und deckt mehrere Flüchtlingsgruppen ab. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, fordert verlässliche Finanzierung für Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Einbindung in den Aufnahmeregionen sowie eine gut begleitete, freiwillige Rückkehr für diejenigen, die sich dafür entscheiden. Wir nehmen keine Position zu den Ursachen der Lage in der Zentralafrikanischen Republik ein, unser Anliegen ist rein humanitär und rechtlich begründet.

Zentrale Forderungen

  • UNHCR/kamerunische Behörden: konsolidierter öffentlicher Bericht zu Rückkehrern 2025 binnen 12 Monaten.
  • Deutschland/EU: Beiträge zur UNHCR-Operation erhöhen (Gesundheit/Bildung Ost/Adamaoua/Norden).
Interkultureller DialogVeröffentlicht

Anti-Schwarzer Rassismus und erlebte Diskriminierung

In Deutschland betrafen 2025 laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes 43 Prozent aller 11.405 Beratungsanfragen rassistische Diskriminierung, ein Anstieg der Gesamtanfragen um 169 Prozent seit 2019. Das DeZIM-Institut zeigt in seiner NaDiRa-Studie, dass Schwarze Männer über vier Mal häufiger als weiße Männer von Diskriminierung durch die Polizei berichten, Schwarze Frauen fast siebenmal häufiger als weiße Frauen. Der Afrozensus 2020 hat erstmals Schwarze und afrikanische Menschen in Deutschland breit befragt, darunter auch Menschen mit kamerunischen Wurzeln — eine öffentlich zugängliche Auswertung nach Herkunftsland fehlt jedoch. KAGEDEV fordert, dass die zuständigen Institutionen diese Datenlücke schließen und die bestehende rechtliche Lücke zwischen dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und Artikel 3 Grundgesetz für hoheitliches Handeln benennen. Die Forderungen richten sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die Beauftragte für Antirassismus, das DeZIM-Institut und EOTO e.V.

Zentrale Forderungen

  • ADS: Herkunftsaufschlüsselung im nächsten Jahresbericht prüfen/ergänzen.
  • DeZIM: methodische Prüfung einer Untergliederung der Kategorie "Schwarz" bei nächster NaDiRa-Welle.
Interkultureller DialogVeröffentlicht

Koloniales Gedächtnis und Restitution kamerunischer Kulturgüter

Mehr als 40.000 kamerunische Kulturgüter befinden sich, laut der akademischen Studie "Atlas der Abwesenheit" und bestätigt durch den Verein Dekolonial Erinnern, in öffentlichen deutschen Institutionen. Der institutionelle Rahmen hat sich in den letzten zwei Jahren entwickelt: ein regionales Dialogtreffen in Stuttgart im Januar 2024, ein Runder Tisch "Koloniale Aufarbeitung" des Auswärtigen Amts im November 2024, und im März 2026 die Gründung eines Koordinierungsrats für Restitution von Kulturgütern und menschlichen Überresten kolonialer Herkunft. Ein bundesweites verbindliches Gesetz existiert bislang nicht, nur gemeinsame Leitlinien von Bund, Ländern und Kommunen. Nach Angaben von Dekolonial Erinnern bleiben menschliche Überreste bislang ausdrücklich von den laufenden deutsch-kamerunischen Gesprächen ausgeschlossen, obwohl der Koordinierungsrat sie im eigenen Namen führt. KAGEDEV begleitet diesen Prozess konstruktiv und benennt diese Lücke gegenüber dem Auswärtigen Amt, der Kultusministerkonferenz und dem kamerunischen Restitutionskomitee.

Zentrale Forderungen

  • Koordinierungsrat: menschliche Überreste kamerunischer Herkunft ausdrücklich auf die Tagesordnung setzen (nächste Sitzung).
  • Auswärtiges Amt/KMK/Deutscher Museumsbund: institutionell verifizierte Bestandsübersicht kamerunischer Objekte binnen 24 Monaten.
KulturVeröffentlicht

Restitution kamerunischer Kulturgüter aus deutschen Museen

Rund 40.000 kamerunische Objekte lagern in deutschen Museen, die meisten unsichtbar im Depot. Das zeigt die Studie "Atlas der Abwesenheit" von 2023, die 45 deutsche Museen untersuchte, ohne Naturgeschichte, Archäologie oder Privatsammlungen einzubeziehen. Elf Museen, darunter Berlin, Leipzig, Stuttgart und Hamburg, stehen im aktiven Dialog mit kamerunischen Institutionen. Ein Treffen in Stuttgart wurde im Januar 2024 abgeschlossen. Doch der bekannteste Fall zeigt die Grenzen dieses Dialogs: Die Rückgabe der Ngonnso'-Statue wurde 2022 zugesagt, die Eigentumsübertragung war Anfang 2026 immer noch nicht vollzogen. Ein neuer bundesweiter Koordinierungsrat für koloniale Restitutionen wurde im März 2026 gegründet. KAGEDEV fordert, dass dieser Rat verbindliche Fristen setzt, kamerunische Institutionen mit fester Stimme beteiligt und die Diaspora in die Konsultationen einbezieht. Eine Zusage ohne Umsetzung ist keine Restitution.

Zentrale Forderungen

  • SPK: Ngonnso'-Übertragung binnen 12 Monaten formal abschließen (Übertragungsvertrag unter Koordinierungsrat).
  • Koordinierungsrat + 11 Museen: gemeinsamer terminierter Fahrplan binnen 6 Monaten nach Gründung.
KulturVeröffentlicht

Zugang kamerunischer Künstlerinnen und Forscherinnen zu Kulturvisa nach Deutschland

Im Januar 2022 lud eine Münchner Kulturinstitution ein Team kamerunischer Forschender ein, Flüge und Hotels waren gebucht. Die deutsche Botschaft in Jaunde lehnte die Visa dennoch ab, mit der Begründung mangelnder Rückkehrbereitschaft. Eine ältere Bundestagsauswertung nennt für Kamerun 2016 eine Ablehnungsquote von fast 37 Prozent, gegenüber einem weltweiten Durchschnitt von unter 7 Prozent. Wartezeiten von über sechs Monaten für einen Termin in Jaunde wurden ebenfalls gemeldet. Ein eigenes europäisches Kulturvisum gibt es nicht, jeder Antrag wird einzeln geprüft. Der Bundestag hat das Thema bereits durch eine Anfrage aufgegriffen, eine strukturelle Reform steht aber noch aus. KAGEDEV fordert eine Überprüfung der Ablehnungspraxis, kürzere Wartezeiten und ein beschleunigtes Verfahren für dokumentierte kulturelle Einladungen.

Zentrale Forderungen

  • AA/Botschaft Jaunde: Ablehnungspraxis "mangelnde Rückkehrbereitschaft" bei dokumentierten Kultureinladungen überprüfen binnen 12 Monaten.
  • AA: zusätzliche Terminkapazitäten Jaunde binnen 18 Monaten, Ziel <3 Monate Wartezeit.